„Kult der Freundschaft“. Was bedeutet das für Ihr Business in Russland?

Aug 7th, 2010 | By | Category: Interkulturelles Blog
FAZ 17.07.2010. Kerstin Holm: „Bringt die Moderne Unglück, Frau Prochorowa?“

FAZ 17.07.2010. Kerstin Holm: „Bringt die Moderne Unglück, Frau Prochorowa?“

In einem Interview über Modernisierung Russlands erwähnt Irina Prochorowa, Verlegerin und Mäzenin mit gewisser Selbstverständlichkeit „einen ausgeprägten Kult der Freundschaft“ in Russland. Was hat nun diese Aussage mit dem Geschäftserfolg in Russland für ein Deutsches Unternehmen zu tun? Überraschend viel.

Denn das was im privaten Leben ein „Kult der Freundschaft“ heißen mag, wird im russischen Business „Netzwerken“ oder «связи»-„Verbindungen“ genannt. Sowohl im privaten Leben aber noch mehr im wirtschaftlichen Bereich hat das „Netzwerken“ traditionell als Schutz gegen Zugriffe der Staatsmacht gedient. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hören diese Mechanismen selbstverständlich nicht auf zu existieren: Während es in der Sowjet Union wichtig war, mit Parteigenossen befreundet zu sein, zählt im modernen Russland eine freundschaftliche Verbindung zu der lokalen und regionalen Verwaltung sowie zu Partnerunternehmen.

Das Zusammenspiel von vertrauenswürdigen Partnern reduziert dabei nach wie vor die Unsicherheit bei rechtlicher und politischer Instabilität.

Dabei gilt die folgende Logik: Nur die Freunde können die besten Geschäftspartner sein. Vetternwirtschaft? Nicht immer. Denn auch eine fremde Person, auch ein deutscher Unternehmer kann eventuell ein Freund werden und somit ein guter Geschäftspartner.

Networking Lesson für Ihr Erfolg in Russland Nr. 1 heißt somit: lehnen Sie Freundschaft Ihres potentiellen russischen Geschäftpartners nicht ab. Nutzen Sie jede Möglichkeit, den bestehenden Kontakt zu vertiefen und zu intensivieren.

Im nächsten interkulturellen Blog: „Beste Vorbereitung auf Verhandlung mit dem russischen Geschäftspartner.“

Tags: , , ,